Armut in allen Formen und überall beenden
SDG 15 – Leben an Land
Der weltweite Raubbau an den Wäldern schreitet in einem atemberaubenden Tempo voran. Das geschieht zum Nachteil der schätzungsweise 1,6 Milliarden Menschen, denen die Wälder als Lebensgrundlage dienen. Das Abholzen reduziert die Fähigkeiten der Wälder, Treibhausgase aufzunehmen und verringert die Biodiversität. Kahlschlag greift in ein komplexes Ökosystem ein. Übermäßige Landnutzung hat zu Landdegradation und Wüstenbildung geführt.
Der Verlust von Waldflächen (zwischen 2010 und 2016 jährlich 3,3 Mio. Hektar) wirkt sich sowohl auf den Lebensunterhalt von Frauen als auch von Männern aus, jedoch auf unterschiedliche Art und Weise.
Für die ärmsten der Welt ist die Natur eine Art soziale Sicherung – zu der Frauen schlechteren Zugang haben als Männer, da ihnen beispielsweise Landbesitz häufig verwehrt wird.
Aufgrund ihres mangelnden Zugangs zu privatem Land sind arme Frauen in ländlichen Regionen stärker als Männer auf gemeinschaftliche Ressourcen wie Wälder und Gemeingüter angewiesen. Da sie für die Deckung des Nahrungsmittel- und Brennstoffbedarfs der Haushalte verantwortlich sind, sind sie vom Raubbau an den Wäldern besonders betroffen. Eine Studie in Malawi ergab, dass die Abholzung der Wälder ältere Frauen dazu zwingt, mehr als 10 Kilometer pro Tag zu laufen, um Brennholz zu sammeln. In Sambia verbringen Frauen durchschnittlich 800 Stunden pro Jahr mit der gleichen Aufgabe. Die Enteignung von Land für kommerzielle Zwecke („Land Grabbing“), die sich in den letzten Jahren verstärkt hat, verschärft dieses Problem noch. In der Provinz West-Kalimantan in Indonesien zum Beispiel führte die jüngste Abholzung für die Palmölproduktion dazu, dass die Frauen die Grundlage für ihren Gemüse- und Obst-Anbau zur Nahrungsmittelsicherung verloren. Die Entschädigungen für die Umstellung auf den Ölpalmen-Anbau kehrte die Eigentumsrechte um, da gleichberechtigte Landbesitzverhältnisse (d.h. die gemeinsame Inhaberschaft der Ehepartner*innen) dadurch ersetzt wurde, dass die Männer (als mutmaßliche „Familienoberhäupter“) alleinige Titel erhielten. Auf den neuen Plantagen erhielten Frauen oft arbeitsintensive, schlecht bezahlte und gefährliche Arbeiten, während die Männer besser bezahlte Jobs erhielten. Die damit verbundene Einkommensungleichheit innerhalb des Haushalts verschärfte die häuslichen Konflikte und erhöhte die Häufigkeit, mit der Frauen häuslicher Gewalt ausgesetzt waren.
Wie UN Women hilft