Formen der Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Bitte beachten Sie die Trigger Warnung: Gewalt, Mord.
Grundbegriffe im Kontext "Formen der Gewalt gegen Frauen und Mädchen"
Geschlechtsbasierte oder geschlechtsspezifische Gewalt
Geschlechtsbasierte Gewalt kann sich auch gegen Menschen richten, die bestimmten sozialen Normen und einem binären Geschlechterverständnis nicht entsprechen. Hier wird auch von queerfeindlicher Gewalt gesprochen.
Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Überlebende*r von Gewalt
Gegenseitiges Einverständnis (engl. Consent)
Rape Culture
Victim Blaming
Gewaltformen
Gewalt in Partnerschaften
Partnerschaftsgewalt – auch häusliche Gewalt – beschreibt Verhaltensmuster, um Macht und Kontrolle über die oder den Partner*in auszuüben oder zu erhalten. Gewalt in Partnerschaften kann sich als körperliche, sexuelle, emotionale, ökonomische und psychische Handlungen oder die Androhung dieser Handlungen äußern, die einer anderen Person schaden. Partnerschaftsgewalt beginnt häufig mit verbaler Gewalt, die oft anfangs nicht als Gewalt erkannt wird, und eskaliert zunehmend („Gewaltspirale“). Gewalt in Partnerschaften ist eine der weltweit am stärksten verbreiteten Formen geschlechtsspezifischer Gewalt.
Partnerschaftsgewalt kann wie folgt auftreten:
Finanzielle Gewalt ist eine stille Form von Gewalt und wird in Deutschland nicht wissenschaftlich untersucht.
Femizid
Sexualisierte Gewalt
Im Gegensatz zu „sexuelle Gewalt“ macht „sexualisierte Gewalt“ deutlich, dass es um Gewalt mit sexuellen Mitteln geht, nicht um Sex. Im Vordergrund geht es um eine Form der Machtausübung und Diskriminierung, nicht um die sexuelle Befriedigung oder einen sog. „Trieb“.
Sexualisierte Gewalt umfasst u.a.:
Digitale Gewalt
Digitale Gewalt äußert sich u.a. folgendermaßen:
Mittels sog. Spy-Software, die sich auf Smartphones installieren lässt, können Standorte sowie allgemeine Online-Aktivitäten abgefragt und kontrolliert werden. Dies ist nicht nur ein massiver Eingriff in die Privatsphäre der betroffenen Person, sondern kann zu potentiell (lebens-)gefährlichen Situationen führen. Ebenso zählen dazu ungewollte Nachrichten und Anrufe.
Doxing
Das sog. Doxing meint das Sammeln und die anschließende Veröffentlichung von sensiblen Daten und Dokumenten ohne Zustimmung der betroffenen Personen. Diese sind häufig Personen des öffentlichen Lebens, wie z.B. Politiker*innen oder Aktivist*innen. Doxing ist nicht nur ein massiver Eingriff in die Privatsphäre der Betroffenen, sondern kann zu potenziell (lebens-)gefährlichen Situationen führen.
Cybermobbing umfasst das absichtliche Beleidigen, Herabsetzen, Bedrohen, Einschüchtern, Bloßstellen sowie Erpressen und die Verbreitung falscher Behauptungen mittels des Internets. Cybermobbing findet auf Internetportalen, in Sozialen Medien, in Chat-Rooms und Instant-Messaging-Diensten statt. Im Vergleich zu Mobbing in der analogen Welt verbreiten sich entsprechende Inhalte deutlich schneller und können ein verhältnismäßig großes Publikum erreichen. Cybermobbing kann durch Smartphones außerdem rund um die Uhr stattfinden.
Hate Speech
Der Begriff Hate Speech (dt.: Hassrede) bezeichnet abwertende und feindselige Äußerungen im Internet mit dem Ziel, Menschen zu diskriminieren, einzuschüchtern oder herabzuwürdigen. Hatespeech zeigt sich z.B. in menschenverachtenden Kommentaren oder gewaltvoller Sprache äußern. Das durch Hatespeech geschaffene feindliche Klima beeinträchtigt die psychische und körperliche Gesundheit der Betroffenen, und stellt eine Bedrohung für demokratische Grundwerte und das gesellschaftliche Miteinander dar.
Cyber Grooming bezeichnet die gezielte Kontaktaufnahme mit Minderjährigen im Internet mit dem Ziel, die betroffene Person zu sexuellen Handlungen zu bringen. Die Täter*innen geben sich hierbei oft als Gleichaltrige aus, gewinnen das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und bringen sie beispielsweise dazu, freizügige Bilder zu versenden. Diese Bilder werden häufig an Dritte weitergegeben oder als Druckmittel verwendet, um weitere missbräuchliche Handlungen (auch offline) zu erzwingen.
Deepfakes
Bei sog. Deep Fakes handelt es sich um Manipulationen von Fotos oder Videos, häufig pornografischer Aufnahmen, bei denen die Gesichter der Betroffenen auf andere Körper retuschiert werden. Vor allem Frauen sind davon betroffen. Dies erfolgt mit der Absicht, den Ruf der betroffenen Person zu schädigen oder sie zu erpressen.
Die wachsende Verbreitung benutzerfreundlicher KI-Tools verschärft das Problem zusätzlich, da sich Deep Fake Videos mittlerweile auch ohne technisches Vorwissen erstellen lassen. Gleichzeitig wird deren Entlarvung als Fälschung immer schwieriger.
Revenge Porn
Sog. Revenge Porn lässt sich wortwörtlich als „Rache Porno“ übersetzen. Das meint die Veröffentlichung pornografischer oder intimer Videos oder Bilder einer Person ohne deren Zustimmung. Dieser Racheakt erfolgt häufig im Rahmen einer ehemaligen Beziehung. Dabei sind Frauen jungen und mittleren Alters überproportional betroffen. Die intimen Inhalte – i. d. R. im Vertrauen versendet oder über gezieltes Hacking erlangt – werden im Umfeld über Instant-Messaging-Dienste weiterversendet, im Darknet hochgeladen oder in Sozialen Medien verbreitet, um die Betroffenen bloßzustellen und zu demütigen. Dabei ist nie die Person schuld, die intime Bilder von sich macht, sondern immer diejenige, die sie ohne Einverständnis weiterversendet oder veröffentlicht.
Unaufgefordertes Sexting
Unaufgefordertes und ungewolltes Sexting meint das Versenden von sexuell expliziten Nachrichten, zu denen die Empfänger*innen nicht ihr Einverständnis gegeben haben. Auch das unaufgeforderte Versenden sog. „Dick Pics“ (Penis-Bilder) gehört dazu.
Gewalt in der Geburtshilfe
Menschenhandel
Weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C)
Zwangsheirat
Kinderheirat