Kleine Aktionen mit großer Wirkung
Gemeinsam für die Gleichstellung der Geschlechter – Aktivismus kann Themen in die breite Öffentlichkeit bringen und Veränderungen bewirken. Das können Gesetzesänderungen oder internationale Übereinkommen sein, aber auch kontinuierliche Veränderungen von Denkweisen und Verhaltensmustern leisten einen wichtigen Beitrag zur Geschlechtergerechtigkeit. Die Art und Weise wie wir reden, denken und uns im Alltag verhalten, kann einen tiefgreifenden Wandel hervorrufen, von dem alle profitieren.
Trage du auch in deinem Leben und in deinem Alltag zur Gleichstellung der Geschlechter bei.
Ein paar Anregungen dafür findest du auf dieser Seite.
Equal Care? Noch lange nicht. Frauen übernehmen drei Mal mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer. Dadurch fehlt es Frauen an Zeit und Energie für Karriere, Erwerbsarbeit, gesellschaftliche Teilhabe oder Freizeit.
Teile die Arbeit im Haushalt, Kindererziehung und andere unbezahlte Tätigkeiten gerecht auf. Beginne mit einer Familien- oder Haushaltssitzung, bei der ihr Bedürfnisse und Aufgaben in der Haushalts- und Sorgearbeit identifiziert und sie gerecht verteilt. Ermutigt alle Kinder, unabhängig von ihrem Geschlecht, sich am Haushalt zu beteiligen. Wenn sich eine Person in Vollzeit um euer Zuhause und die Familie kümmert, erkenne ihre Arbeit an und wertschätze sie.

Von Cat-Calling über Mansplaining hin zu unangebrachten Witzen: Frauen sind im Privaten und im Beruflichen regelmäßig verschiedenen Arten von sexistischem und respektlosem Verhalten ausgesetzt.
Stelle Menschen zur Rede, wenn sie sexistische Sprüche klopfen. Lass dir nichts gefallen und stehe Betroffenen zur Seite. Hinterfrage jedes Geschlechterklischee. Setze dich mit Fakten auseinander, damit du Stammtischsprüche eloquent zurückweisen kannst. Das fällt dir am Anfang vielleicht schwer und erfordert Mut – aber mit der Zeit geht es immer besser.
Falls du sexuelle Belästigung mitbekommst, steh auf und misch dich ein. Hol dir von anderen Hilfe, falls du dich selbst dabei nicht sicher fühlst. Nimm dir Zeit, um Betroffenen zuzuhören und frage, wie du sie unterstützen kannst.
Sprich mit Männern in deinem Umfeld und verweise sie auf die #HeForShe-Bewegung.

Achte schriftlich und mündlich auf eine geschlechtergerechte Sprache, bei der du nicht einfach mit der männlichen Form alle Geschlechter „mitmeinst“. Informiere dich über die Möglichkeiten inklusiver und geschlechtergerechter Sprache. Nutze geschlechterneutrale Begriffe wie „Studierende“ und schriftlich etwa das Sternchen oder den Doppelpunkt (Feminist*innen bzw. Feminist:innen). Beim Sprechen kannst du stattdessen eine kurze Pause machen – mit ein bisschen Übung geht das irgendwann von ganz allein.
Begriffe wie „Frauen und Männer“ schließen nicht-binäre und intersexuelle Menschen aus. Anstelle von Ansprachen wie „Damen und Herren“ oder „Mädchen und Jungs“ kannst du Begriffe wie „Leute“, „Kinder“ oder „Ihr Alle“ verwenden. Diese kleinen Veränderungen können manchen Menschen viel bedeuten und die kulturelle Wahrnehmung von Geschlechteridentitäten beeinflussen.
Ob sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz oder geschlechtsspezifische Lohnungleichheit: Frauen sind in der Arbeitswelt häufig diskriminierenden Praktiken ausgesetzt. Fordere in deinem Arbeitsumfeld einen respektvollen Umgang miteinander, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Diversität auf der Führungsebene und entsprechende Fortbildungen.
Fordere die Politik und Unternehmen auf, die Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass alle Elternteile gleichberechtigt Elternzeit nehmen und in Teilzeit arbeiten können. Ausreichende, bezahlbare bzw. kostenlose und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung ab dem Säuglingsalter sowie flexible Arbeitszeiten und Teilzeitmodelle tragen ebenso zu Geschlechtergerechtigkeit bei.
Auch Care-Arbeit im Arbeitsalltag, etwa Kaffeekochen oder Geschenke besorgen, sollte unabhängig vom Geschlecht gerecht verteilt sein.

Frauen sind auf allen Ebenen der politischen Entscheidungsfindung weltweit unterrepräsentiert, politische Macht- und Entscheidungspositionen werden weiterhin überwiegend von Männern besetzt. Bitte habe diesen Aspekt im Blick, wenn du bei der nächsten Kommunal-, Landtags- oder Bundestagswahl dein Kreuzchen setzt. Unterstütze die Initiative #ParitätJetzt, damit Frauen auf der politischen Ebene gleichberechtigt vertreten sind.
Informiere dich darüber, wie sich die politischen Parteien für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzen und nutze dein Wahlrecht, um Veränderungen zu bewirken. Ermutige Freund*innen und Familienmitglieder, ihre Stimmen abzugeben und dabei Geschlechtergerechtigkeit im Kopf zu behalten.

Sei es das nächste Shampoo oder eine neue Jeans: Mit jedem Kauf hast du Einfluss auf die Umwelt und die Arbeitswelt – und dadurch auch auf das Leben von Frauen und Mädchen. Frauen auf der ganzen Welt sind unverhältnismäßig stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Klimabedingte humanitäre Katastrophen verschlimmern oft die bestehenden Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und machen Frauen und Mädchen noch anfälliger für Gewalt, Armut und Unterernährung. In Sweatshops des Globalen Südens sind es vor allem Näherinnen, die unter miserablen Bedingungen für Fast Fashion schuften. Kauf verantwortungsbewusst ein, indem du – wenn es dir möglich ist – fair gehandelte und umweltfreundliche Produkte oder Second-Hand-Kleidung wählst und auf Einwegkunststoffe verzichtest.
Viele Produkte werden weiterhin mit Geschlechterstereotype und Sexismus beworben. Du kannst bei Unternehmen einkaufen, die in ihrer Werbung Diversität abbilden. Finde heraus, wie UN Women mit der Werbeindustrie zusammenarbeitet, um durch die Unstereotype Alliance Veränderungen zu bewirken. Informiere dich, welche Unternehmen die Women’s Empowerment Principles, sieben Grundsätze zur Stärkung von Frauen in Unternehmen, unterzeichnet haben.

Filme, Bücher, Zeitungen, Podcasts, Social Media Kanäle und andere Medien haben einen starken Einfluss auf die kulturelle Wahrnehmung von Geschlechtern und bieten marginalisierten Menschen eine Möglichkeit, gehört zu werden. Bisher sind die Musik- und Filmindustrie und das Verlagswesen jedoch sehr von weißen Männern dominiert und das spiegelt sich in der Popkultur wider. Eine Analyse beliebter Filme aus elf Ländern ergab beispielsweise, dass nur 23 Prozent der Filme eine weibliche Hauptfigur hatten – eine Zahl, die dem Prozentsatz weiblicher Filmemacherinnen (21 Prozent) nahekommt.
Folge feministischen Influencer*innen, höre Podcasts mit diversen Perspektiven, schaue Filme von Produzent*innen und Regisseur*innen aus anderen Regionen und lies Bücher, die dir neue Perspektiven auf die Welt ermöglichen.
Kleines Prinzesschen. Zickig. Stell dich nicht so an. Jungs sind eben so.
Für viele Menschen ist es schwierig, im Umgang mit Kindern Geschlechterstereotype und Vorurteile abzulegen. Das hält zum Beispiel Mädchen davon ab, ihr volles Potential auszuschöpfen. Toxische Vorstellungen von Männlichkeit beeinträchtigen Jungen und Männer psychisch und physisch und können die Diskriminierung anderer Geschlechter, z.B. in Form von Misogynie (Frauenfeindlichkeit) sowie Homo- und Transfeindlichkeit, nach sich ziehen.
Verinnerliche, dass es keine per se geschlechterspezifischen Spielsachen, Farben oder Charaktereigenschaften gibt. Zeige Kindern ihr Potential und ihre vielfältigen Möglichkeiten, Kind zu sein und sich zu entwickeln. Sorge für ein Umfeld, in dem sich alle Kinder sicher fühlen, ihre Gefühle auszudrücken und sich zu entfalten.

Vor allem Frauen und Mädchen sind weltweit häufig unrealistischen Schönheitsidealen ausgesetzt, sie sich in ernsthaften psychischen und physischen Schäden manifestieren können. Der Körper von Frauen wird oft als Objekt dargestellt, das für den öffentlichen Konsum bestimmt ist.
Egal welchem Geschlecht du dich zuordnest – schau in den Spiegel und reflektiere die Art und Weise wie du über dein eigenes Äußeres denkst und sprichst. Versuche dir selbst ein Kompliment zu machen, wenn du dich dabei ertappst, schlecht über dich selbst zu denken. Behandele alle Körper als wertvoll – unabhängig von ihrer Größe, Leistungsfähigkeit oder Hautfarbe – und verurteile Body Shaming, wenn du so etwas mitbekommst.
Es gibt viele Möglichkeiten, sich aktiv für Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen.
Werde Mitglied bei UN Women Deutschland. So kannst du unsere Arbeit mitgestalten und verleihst uns eine starke Stimme. Deine Spende kann dazu beitragen, geschlechtsspezifische Gewalt weltweit einzudämmen, Betroffene zu unterstützen und gleiche Rechte für Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt zu garantieren.
Sprich mit Freund*innen, Kolleg*innen und deiner Familie über Gleichstellungsthemen, mach auf deinen Social Media Kanälen auf Geschlechterungerechtigkeit aufmerksam.
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Stand: Februar 2025