70. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission (2026)
UN Women ist für die Organisation der FRK verantwortlich und unterstützt das Sekretariat. Allgemeine Informationen auf Deutsch zur FRK finden Sie hier.
Neben den Vertreter*innen der Mitgliedsstaaten und UN-Einheiten können auch ECOSOC-akkreditierte Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus aller Welt teilnehmen.
Themen der 70. FRK
Überprüfungsthema: Die vollständige und wirksame Beteiligung von Frauen am öffentlichen Leben und an Entscheidungsprozessen sowie die Beseitigung von Gewalt, um die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung aller Frauen und Mädchen zu erreichen.
Hier finden Sie die CSW70 Proposed Organization of Work.
Hier finden Sie unsere Pressemitteilung zum Start der CSW70. Hier finden Sie die Pressemitteilung von UN Women zu den Agreed Conclusions. Hier finden Sie die Eröffnungsrede von UN Women Exekutivdirektorin Sima Bahous und hier die Abschlussrede. Hier finden Sie ein Telefoninterview mit unserer Vorsitzenden Dr. Angela Langenkamp (ab Min 16), hier einen Debattenbeitrag von ihr.
Hier finden Sie den Bericht des UN Generalsekretärs, auf dem der Zero Draft für die Agreed Conclusions aufbaut. Hier finden Sie die Abschlusserklärung.
Hier finden Sie das mehrjährige Arbeitsprogramm der CSW, darunter die Priority (und Review) Themes für die kommenden Jahre:
CSW71 (2027): Accelerating the achievement of gender equality and the empowerment of all women and girls in the context of the 2030 Agenda for Sustainable Development.
CSW72 (2028): Recognizing and strengthening care and support systems to achieve gender equality and the empowerment of all women and girls.
CSW73 (2029): Women and girls in humanitarian emergencies: advancing women’s participation and leadership, and achieving gender equality and the empowerment of all women and girls in this context.
Ein Blick hinter die Kulissen
Bei der diesjährigen FRK waren Regierungschef*innen und Vizes sowie Minister*innen von 190 Mitgliedsstaaten anwesend und rund 4.600 Repräsentant*innen von NGOs; es gab mehr als 250 Side Events und eine dreistellige Zahl von Parallel Events. Aber viele Repräsentant*innen fehlten, zahlreiche Events von NGOs konnten nur digital angeboten werden, bei mehreren Panels mussten Speaker*innen ersetzt werden. Dies steht im Kontext eines wachsenden Backlash und shrinking space, in dem die diesjährige FRK stattfand.
Deutschland war mit einer starken und breiten Regierungs-, MdB- und zivilgesellschaftlichen Delegation vor Ort. Es gab eine konstruktive, wertschätzende Zusammenarbeit und Austausch. Deutschland hat sich klar für die Rechte ALLER Frauen und Mädchen, die Beteiligung der Jugend sowie für die notwendige Einbindung von Männern ausgesprochen und hoch engagiert im Rahmen der EU-Gruppe mit verhandelt.
Die Verhandlungen um das Abschlussdokument (Agreed Conclusions) im Vorfeld der FRK gestalteten noch schwieriger als in den Vorjahren, etwa hinsichtlich vereinbarter Sprache. Es geht bei der FRK nicht mehr um Fortschritte, sondern zum größten Teil um die aktive Verteidigung des bereits Erreichten und Verhinderung von Rückschritten. Erstmals wurde das Abschlussdokument nicht im Konsens, sondern nur per Abstimmung angenommen, die USA stimmte als einziger Staat dagegen und versuchte auch noch am Ende bereits Vereinbartes anzugreifen. Es steht zu befürchten, dass dies ein „Dammbruch“ für folgende FRKs sein könnte.
Daneben gibt es aber (noch) eine starke Entschlossenheit der Mehrzahl der Staaten, Gleichberechtigung voranzutreiben. Es müssen Allianzen gebildet und der gemeinsame Wille in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Bestehende Verpflichtungen müssen konsequent umgesetzt, Frauen stärker in Entscheidungsprozesse einbezogen, ihr Zugang zu Recht gesichert und gezielt in ihre Bildung, Sicherheit, politische und wirtschaftliche Teilhabe investiert werden. Erfolge müssen sichtbar gemacht und Risiken klar benannt werden. Besonders wichtig ist hierbei das gemeinsame Handeln von Regierungen, internationalen/multi-lateralen Organisationen und der Zivilgesellschaft.
Der Gegenwind ist stark, aber politisches Zögern wäre der jetzt größte Rückschritt. „The world is watching. Women and girls are counting on all of us. And together, we must—and we will—deliver.“ sagte Sima Bahous, Exekutivdirektorin von UN Women. Für Deutschland bedeutet dies, Frauenrechte und Gleichstellung als strategische Priorität in der Innen- und Außenpolitik zu verankern, aktiv dem Backlash und den Rückschritten entgegenzuwirken, sich international als Vorreiterin für Menschen- und Frauenrechte sowie Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen, den Multilateralismus und die UN zu stärken sowie lokale Frauenrechtsorganisationen langfristig und flexibel zu fördern. Darüber hinaus ist es essentiell, dass es – auch im Kontext der anstehenden UN-Reform – weiterhin eine starke UN-Einheit für Frauenrechte und Geschlechtergleichstellung mit normativem, koordinativem und operativem Mandat gibt, die ausreichend finanziert ist.
Wir haben die FRK auf Instagram begleitet, hier finden Sie unser Highlight dazu. Einen Bericht über unser Side Event finden Sie bei HeForShe International.
Büro der FRK
Das Büro für die 70. Sitzung der FRK (2026) besteht aus folgenden Vertreter*innen:
- H.E. Frau Maritza Chan Valverde (Costa Rica), Vorsitzende (Gruppe der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten)
- Frau Samah Dbouk (Libanon), Stellvertretende Vorsitzende (Gruppe der Länder Asiens und des Pazifischen Ozeans)
- Herr Noah Oehri (Liechtenstein), Stellvertretende Vorsitzender (Gruppe Westeuropäischer und anderer Staaten)
- Frau Andreea Mocanu (Rumänien), Stellvertretende Vorsitzende (Gruppe Osteuropäischer Staaten)
- Frau Flavia Umulisa (Ruanda), Stellvertretende Vorsitzende (Gruppe Afrikanischer Staaten)
NGO-Beteiligung
Die Einreichung schriftlicher Stellungnahmen war für ECOSOC akkreditierte NGOs vom 19. September bis zum 10. Oktober 2025 möglich. Bei UN Women finden Sie die Übersicht. Hier finden Sie unser Statement:
Teilnahme an der 70. Sitzung der FRK
Regierungsdelegation
Organisationen, eine beratende Funktion für die Bundesregierung während der FRK anzunehmen. Außerdem erlangen sie Zugang in das VN-Hauptgebäude. Personen, die Interesse daran hatten, die 70. FRK aktiv und in beratender Funktion als zivilgesellschaftliches Mitglied der FRK-Regierungsdelegation Deutschlands unter der Leitung von Bundesgleichstellungsministerin Karin Prien zu begleiten, konnten sich bis zum 14.11.2025 beim BMBFSFJ melden (Ausschreibung des BMBFSFJ).
Side Events
Sie müssen sich für Side Events grundsätzlich nicht im Voraus anmelden, es sei denn, die Veranstalter*innen wünschen dies.
NGO CSW70 Forum: Parallel Events
Das NGO CSW Forum wird von und für die globale Zivilgesellschaft, NGOs und Feminist*innen außerhalb des UN-Gebäudes organisiert, um sie mit dem zeitgleich stattfindenden offiziellen Prozess der FRK zu verbinden. Angeboten werden ca. 750 Veranstaltungen – von Briefings für die Zivilgesellschaft über Gesprächskreise bis hin zu Parallel-Events (um deren Ausrichtung sich alle bewerben können). Die Registrierung für das virtuelle Portal ist nun möglich. Das aktuelle Programm der Parallel Events finden Sie bei NGO CSW. Das Programm wird laufend aktualisiert. Ein Hinweis für diejenigen, die die CSW von Deutschland aus verfolgen: Sie können nach virtuellen Events filtern.
Am 12.11. fand via Zoom das jährliche Open Forum zum NGO CSW70 Forum statt.
Die Anmeldung für Parallel Events für zahlende Mitglieder von NGO CSW war ab dem 10.11. möglich, für alle anderen ab dem 13.11. Die Deadline für Präsenzveranstaltungen war der 5.12.2025 (und wurde nochmal bis zum 16.2.2026 geöffnet) und für virtuelle Events der 20.2.2026. Mehr Informationen hier.
Es wird erneut die NGO CSW Artisan Fair stattfinden, Anmeldungen waren bis zum 16.1. möglich. Sie können Ihre Organisation oder Ihr Event über ein Exhibit Booth oder ein Handbook Ad bewerben (Deadline: 2.3.). Am 22.1 fand ein Parallel Event Organizer Training (Zoom) statt, sowie am 17.2. von 11-12:30 Uhr EST ein digitales Participant Training. Am 8.3. von 10-13 Uhr EST wird der virtuelle Consultation Day stattfinden, der die NGO CSW70 eröffnet.
Vor Ort wird am 10.3. von 18:30-21:30 EST die NGO CSW70 Reception stattfinden. Für dieses Event brauchen Sie ein Ticket.
Die Advocacy and Research Group von NGO CSW NY hat Empfehlungen für den ersten Entwurf der Agreed Conclusions der FRK70 veröffentlicht, die von den teilnehmenden Staaten ausgehandelt werden.
Ausgewählte Events
Jugendbeteiligung
Hier finden Sie die „CSW70 Global Youth and Adolescents Recommendations: Beyond Access: Justice, Power, and Young Feminist Leadership“, die in Konsultation mit über 23.000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus mehr als 75 Ländern in Afrika, Asien, Europa, Nordamerika, Südamerika und Ozeanien entstanden sind.
Vorbereitung auf die 70. FRK
UN Women Deutschland und der Deutsche Frauenrat veranstalteten am 11. Februar 2026 ein virtuelles Vorbereitungstreffen für die mitreisende Zivilgesellschaft, bei dem auch die beteiligten Ressorts ihre Prioritäten und Pläne vorstellen und Einblicke in den Prozess gaben.
Die DGVN-Jugenddelegierten richteten am 16. Februar 2026 von 18 – 19:30 Uhr ein Jugenddialogforum aus. Dieser Workshop war als offener Dialograum gedacht, in dem Themen, die aus Jugendperspektive auf der CSW70 Prioriät haben, eingebracht werden konnten. Mehr Informationen finden Sie auf der Eventseite.
Praktische Informationen für Mitreisende
Bitte melden Sie sich bei uns (l.kuntz@unwomen.de), wenn Sie an der FRK teilnehmen werden und Sie davon ausgehen, dass wir darüber noch nicht informiert sind.
Die Eröffnung findet um 10 Uhr Ortszeit in der General Assembly statt. Alternativ gibt es einen sogenannten Overflow Room (Konferenzraum 4), in dem sie auf eine Leinwand übertragen wird. Es gibt Kopfhörer, mit denen eine Übersetzung in UN-Sprachen ausgewählt werden kann. Die Eröffnung wird zudem (wie einige andere Veranstaltungen) im UN Web TV übertragen. Im UN-Gebäude gibt es WLAN, es ist also auch möglich, sie mit eigenen Kopfhörern auf einem mobilen Endgerät zu verfolgen.
Auch das „Townhall Meeting with the United Nations Secretary-General and Civil Society in the margins of the seventieth session of the Commission on the Status of Women“ am 10.03. von 10:00 – 11:00 Uhr Ortszeit wird übertragen: „The townhall meeting is the UN Secretary-General’s annual consultation with women’s and feminist civil society on the margins of the Commission on the Status of Women. The townhall will be an in-person event and will be webcast on UN WebTV. UN Women’s Executive Director, Sima Bahous, will moderate the event. The townhall is open to representatives of ECOSOC-accredited NGOs.“
Der Abholort ist das UN Pass & ID Office, 320 East 45th street (zw. First und Second Avenue). Gepäck oder große Taschen sind hier und auf dem UN Gelände nicht erlaubt. Sollten Sie Unterstützung benötigen, informieren Sie bitte die Mitarbeitenden am Eingang. Bitte gehen Sie nicht vor der Abholung Ihres grounds pass zum Haupteingang der Vereinten Nationen. Eine detaillierte Beschreibung finden Sie in englischer Sprache hier.
Aufgrund der großen Teilnehmendenzahl bilden sich meist lange Schlangen. Sollte es Ihnen möglich sein, nutzen Sie am besten die Abholzeiten vor Beginn der Sitzung. In diesem Jahr sind sie am:
Freitag, 6. März: 9 – 16 Uhr
Samstag, 7. März: 9 – 15 Uhr
Sonntag, 8. März: 9 – 17 Uhr.
In der ersten Woche sind sie Montag von 8 – 18 Uhr, Dienstag und Mittwoch von 9 – 16 Uhr und Donnerstag und Freitag von 9 – 14 Uhr . In der zweiten Woche sind sie Montag von 9-16 Uhr und von Dienstag bis Donnerstag von 9 – 14 Uhr. Da es zu langen Wartezeiten kommen kann, empfehlen wir vorher den Wetterbericht zu checken.
Ferner empfehlen wir, Zeit für die Security zum Betreten des UN-Gebäudes einzuplanen.
Jegliche Handlungen, die den ordnungsgemäßen Ablauf der Programmaktivitäten stören, wie beispielsweise öffentliche Zurschaustellungen jeglicher Art (einschließlich Kleidung, Banner, Plakate oder andere schriftliche/visuelle Mittel), sowie laute Äußerungen, Versammlungen oder Demonstrationen sind nicht gestattet. Gepäck oder große Taschen sind auf dem UN Gelände und im UN Pass & ID Office nicht erlaubt.